Agile Bodensee Konferenz
30.09. – 01.10.2015 in Konstanz

Nachlese von Gabriele Kottlorz
Beyond Agile – Was gibt es noch am Tellerrand?
Gastgeber Johannes Hartmannsgruber von Sybit schreibt in der Kongressbroschüre, dass im vierten Jahr der immer größer werdenden Veranstaltung „…mit einem Teil der Vorträge…. Neuland abgedeckt werden soll“. So kam es, dass Helga und ich als IT-ferne Wesen über unsere artgerechte Menschenhaltung sprechen durften. Ganz schnell wurde klar, dass die Schnittmenge der Themen sehr groß ist und wir – ganz im agilen Gedanken – viel voneinander lernen können.

Starkes ICH für starkes WIR
Der Workshop von Juliane Kluge am ersten Kongresstag hat uns rundherum einen freien Blick verschafft, und zwar nicht nur durch den wundervollen Ausblick auf den sonnenhellen Bodensee. Darüber hinaus sind wir gemeinsam der Frage nachgegangen, was der Einzelne an Fähigkeiten und “Werkzeugen” braucht, um seine volle Kraft in ein agiles Team einbringen zu können. Den lesenswerten Artikel zum Thema finden Sie im Sybit Agile Magazin

Von mir und Johannes Hartmannsgruber getestet und für genial befunden – der agile Transmogrifier „sucksess or failure“ von Klaus Bucka-Lassen (Foto: Ralf Metz)

Rund um den Kernbegriff der “radikalen Selbstverantwortung” haben wir in intensiven Gesprächen, Übungen und Feedbackrunden heraus geschält, was uns bei Selbsterkenntnis und dem sicheren Umgang mit Schwächen und Gefühlen unterstützt. Uns ist schnell klar geworden, dass wir als Teammitglieder zuerst einmal klar mit uns selbst umgehen müssen. Insbesondere das Erkennen von Automatismen, der Umgang mit eigenen „Fehlern“ und die Trennung von Rolle und Persönlichkeit stellt uns im Alltag vor große Herausforderungen.

Mein persönliches Fazit: Wir sind erst am Anfang diese Inhalte in den Arbeitsalltag zu integrieren. Erwarten Sie weder von sich selbst noch von Ihrem Gegenüber zu viel. Erlauben Sie sich kleine Schritte und freuen Sie sich gemeinsam am Wachstum.

Als “Leaderin” im besten Sinne hat Juliane Kluge uns mit ihrer herzlichen, konzentrierten und humorvollen Art durch einen sehr reichen Tag geführt. Ein dickes Dankeschön an sie und die starken “ICHs” um mich herum, die mir ein intensives “WIR-Gefühl” vermittelt haben.

Noch ist das Einhorn in Konstanz…. (Foto: Ralf Metz)

Scrum goes 2025 – wohin geht die Reise?
Ein kunterbunter und herrlich formloser Open Space, der nahtlos in einen freundschaftlichen Tannenzäpfle-Abend unter Freunden überging hat den ersten Tag schön rund gemacht. Und so ganz nebenbei erfuhr ich nun auch, was ein Transmogrifier ist: Damit werden Veränderungen zum Kinderspiel. Karton aufsetzen, am Schalter den gewünschten Effekt einstellen und ZACK – hat man was man wollte! Ich frage mich, wie wir so lange ohne diesen wunderbaren Apparat ausgekommen sind. Dank Klaus Bucka–Lassen von aragost Trifork ag ist diese traurige Zeit nun endlich vorbei und ich „transmogrifeie“ beinahe täglich mit großem Erfolg.

In der spannenden und schön leicht präsentierten Keynote „Agile and beyond“ am zweiten Kongresstag bewegte Thomas van Aken einige Gedanken, die uns bereits am Vortag beschäftigt haben: Was macht uns leistungsfähig? Welche Regeln passen zu uns, welche können wir wie alte Zöpfe abschneiden? Wie finden wir zu mehr Empathie, Respekt und Konfliktfähigkeit? Natürlich war ich stolz und geschmeichelt, dass er meinen Artikel im Agile Magazin und meinen Vortrag an dieser Stelle so wertschätzend erwähnt hat – zu meiner Tiefenentspannung hat es nicht gerade beigetragen und mir ist klar geworden, dass meine Atemtechnik noch ausbaufähig ist.

Helgas Buch

…. und kotzt nun bei Alexander in Berlin! (Fotos: Alexander Krause)

Für einen knackigen Nachmittagsauftakt hat Thomas Blaß gesorgt, der mich mit einem entschlossenen “so!” den Zuhörern ausreichend angekündigt hat. Ich konnte nach dem grandiosen Steigenberger – Mittagessen ohne langes Federlesen loslegen, so dass das gefürchtete Suppenkoma chancenlos blieb. Viele bekannte Gesichter und die herzliche Stimmung vom Vorabend machten es mir und Helga sehr leicht. Aus dem Vortrag wurde schnell ein gut gelaunter Dialog, kreuz und quer durch Benzingutscheine, Nasenspülungen, umgekippte Käfer und sture Pferde.

Sehnsüchtig blickt sie in die Schweiz, die kleine Henne

Zum ersten Mal haben einige meiner Originalzeichnungen aus meiner Präsentation ein neues Zuhause bei liebevollen Paten gefunden. Das kotzende rosa Einhorn wohnt nun in Berlin bei Alexander Krause, der in seinen Workshop selbst die Stifte gezückt und herrliche Storyboards geschaffen hat. Ich freue mich, dass meine „Werke“ so gut angekommen sind und wünsche ganz viel Spaß mit den Tierchen!

Für meine Erholung nach diesem Ritt durch die Artenvielfalt sorgte Miguel May, sozusagen in radikaler Fremdverantwortung, mit einer Cola – so einfach kann schön sein. Danke, Miguel!

Die Agile Bodensee war für mich eine absolut gelungene Premiere in einem bisher unbekannten Umfeld und ich bin wild entschlossen, im nächsten Jahr meinen Youngtimer wieder quer durch die Republik zu jagen um nochmals dabei zu sein.

Hier finden Sie die ausführliche Nachlese mit allen Vorträgen.

Thomas Blaß verhilft Helga zu ihrem ersten „Fernseh“-Auftritt.
Kaffee, Krapfen, Küßchen – dieses Huhn kriegt von Frank Conrads und Alexander Krause jeden Wunsch erfüllt.
Die Frisur sitzt… zumindest bei Ralf Metz und Helga


Kommentar verfassen

Blog via E-Mail abonnieren

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Newsletter