Auf den Spuren des Upstalsboom Weges

Helgas Ostsee-Impressionen : „Upstalsboomer“

Helgas Ostsee-Impressionen : „Upstalsboomer“

Beim mehrtägigen Upstalsboom-AzubiDay in der Hotelresidenz Kühlungsborn in der Nähe von Rostock nahmen im Januar 2015 rund 60 junge Menschen teil, lernten sich untereinander kennen und gingen auf Tuchfühlung mit Geschäftsführer Bodo Janssen, dem die Menschen im Unternehmen ein besonderes Anliegen sind.

Gabriele Kottlorz nutzte diese Gelegenheit, das Maskottchen der artgerechten Menschenhaltung von Kuntze Consulting + Coaching, Huhn Helga, auf den Weg von Upstalsboom bis an die Ostseeküste zu bringen: Die schon annähernd sagenumwoben erfolgreiche Atmosphäre der Unternehmenskultur wollte persönlich erlebt werden und Bodo Janssen war für ein gemeinsames Gespräch vor Ort. Das Nützliche war mit dem Angenehmen zu verbinden und das Wellnessprogramm WinterMärchen mit gebucht.

Die bereits mehrfach ausgezeichnete Unternehmensgruppe Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG mit Hauptsitz im ostfriesischen Emden umwirbt aktuell potentielle Auszubildende und Mitarbeiter auf einem provokativen Piraten-Plakat, gezeichnet von Karikaturist Jürgen Tomicek, mit friesischer Freiheit und Abschied von alten Napoleonhüten wie Druck, Angst, Willkür, Gewinnmaximierung und Führung als Privileg. Die mussten über Bord gehen.

Nun ist der Upstalsboom-Spirit ja nicht über Nacht durch Erleuchtung entstanden, sondern war und ist ein kontinuierlicher Weg über Jahre. Personalleiter Bernd Gaukler war im Jahr 2010 neu im Unternehmen und hatte nach vielen Gesprächen mit Mitarbeitern in einem Bericht an die Geschäftsführung die „miserable“ Stimmung der Belegschaft aufgezeigt. Das stellte Bodo Janssen „schockiert“ vor die Wahl, alles zu lassen, wie es war oder die Grundlage für Veränderung und mehr Zufriedenheit der Mitarbeiter „zu schaffen“. Inzwischen sind eine Vielzahl von ausführlichen Veröffentlichungen und Interviews über den Upstalsboom Weg erschienen; Brand1 betitelte im Mai 2014 trefflich: „Wir haben keine Angst mehr“. Ein bereits ausgezeichneter Kurzfilm über die Erfolgsgeschichte durch Potenzialentfaltung ist erschienen. Daher ist es immer eine gute Idee, sich einmal selbst zu überzeugen, was an all den Geschichten wirklich dran ist …

„Die mögen Menschen“

Gabriele Kottlorz hatte bereits viel über Upstalsboom gelesen und Bodo Janssen im letzten Jahr auf einer Veranstaltung persönlich kennen gelernt. Sie war schlichtweg begeistert. Nun wollte sie sich selbst einen Eindruck davon machen, ob dieser besondere „Upstalsboom-Spirit“ auch bei den Angestellten eindeutig wahrzunehmen sei. Denn natürlich muss sich Bodo Janssen auch mit der Frage auseinandersetzen, ob das nicht alles aufgesetztes Marketing ist. Schließlich hat das Hotel- und Gastronomiegewerbe insgesamt einen üblen Ruf im oft rüden Umgang mit den Mitarbeitern. Bodo Janssen sprach vom intrinsischen oder auch natürlichen Marketing: Zufriedene Menschen, ob Gäste oder Angestellte, erzählen ganz von allein aus sich heraus gerne gute Geschichten über Upstalsboom.

Auf diese Geschichten nun war Gabriele Kottlorz ganz gespannt. Was ihr deutlich auffiel, war, dass das Hotelpersonal mehr als professionell freundlich war. Sie erzählt: „Die Mitarbeiter waren ausgesprochen herzlich und natürlich; es gab überhaupt keine aufgesetzte Gastronomiefreundlichkeit, die nach Ende der Schicht abgelegt wird. Das empfand ich als sehr, sehr angenehm“. Noch eine Besonderheit hat für Gabriele Kottlorz wieder einmal bestätigt, dass Führung in Unternehmen eben auch anders geht: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort wirkten alle sehr sympathisch selbstbewusst, sowohl im Umgang miteinander als auch mit den Gästen. Die ‘Upstalsboomer‘ wissen, was sie können und: Die mögen Menschen!“

Da es Gabriele Kottlorz gut versteht, ehrliches Vertrauen zu schaffen, bekam sie aus dem Restaurant-Service eine köstliche Anekdote serviert: Unter den Gästen war auch einmal ein Paar, das schon viel über Upstalsboom gelesen hatte und betonte, dass alle so freundlich wären. Da war es diesem Paar ein großer Wunsch, einmal ganz leise vertraulich zu fragen, ob die Upstalsboomer zusammen denn so eine Art Sekte wären. Die Antwort verlautete freundlich nein, sie seien alle ganz normale Menschen im ganz normalen Leben.

Es ist erstaunlich, wie ungewöhnlich ein betont wertschätzender Umgang mitunter auf Außenstehende wirken kann. Als wäre es eine Vielzahl der Menschen einfach nicht mehr gewohnt. Doch um hier nicht einen Eindruck zu schaffen, das Upstalsboom-Personal bewege sich ausschließlich in einer Herzensblase von „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“, konnte Gabriele Kottlorz auch von einem Team im erst noch zu lösenden Konflikt berichten. Es habe sie ehrlich erleichtert, ganz normale Menschen zu erleben, die sich auch nach ersten Gesprächen eine Lösung weiter erarbeiten müssen. Ein erster Schritt ist ja, Probleme überhaupt erst einmal zu benennen. Dies als Mitarbeiter auch zu dürfen. Für vorgesetzte Teamleiter ist diese Wertehaltung von gleichen Regeln für alle und Offenheit nicht immer bequem, sondern die besondere Herausforderung.

Konstruktive Fehler- statt Vorwurfskultur

Vom positiven Umgang mit Fehlern konnte Verkaufs- und Marketingleiterin Kirsten Brasche-Salinger erzählen. Schon an ihrem vorherigen Arbeitsplatz hörte sie viel über das gute Arbeitsklima und den kollegialen Umgang miteinander, völlig anders als in anderen Unternehmen. Für sie war klar: Sie wollte Upstalsboomerin werden. Als dann im Herbst 2014 eine Stelle für sie frei wurde, hat sich für sie alles voll und ganz bestätigt. Auch die konstruktive Fehlerkultur sei ganz anders als die Vorwurfskultur in anderen Unternehmen. Etwa wenn eine Einladung für eine Veranstaltung am Ende, schön fertig gedruckt, ihr korrektes Datum vermisst und das Ganze natürlich auch noch eilt, arbeiten alle gemeinsam frei von Schuldzuweisungen daran, das Ergebnis gelungen zu korrigieren.

„Der Glanz, der in Menschen steckt.“

Mit Bodo Janssen konnte Gabriele Kottlorz in drei Etappen sprechen, denn zwischendurch gingen die Azubis mit ihren Gesprächswünschen vor. Bodo Janssen sprach vom Paradigmenwechsel und der Vorbildfunktion in dieser Gesellschaft, von guter Selbstführung und Eigenverantwortung. Ihm war anzumerken, so erzählt Gabriele Kottlorz, wie viel es ihm bedeutet, wenn Mitarbeiter zufrieden sind und ihre Fähigkeiten, Talente, „den Glanz, der in ihnen steckt“, entfalten und leben können.

Dazu gehören für Bodo Janssen auch große Herausforderungen. Es sei schon etwas anderes, den Kilimandscharo selbst zu besteigen oder mit dem Helikopter hinauf zu fliegen. Bodo Janssen erzählte in diesem Zusammenhang vom AzubiDay, bei dem Extremsportler Hubertus Schwarz die Kraft des Willens vorstellte. Denn es wird für 15 Azubis eine Extrem-Expedition auf den Kilimandscharo geben … Hubertus Schwarz stellte die Expedition ganz ungeschminkt vor, mit Höhenkrankheit und viel abschreckendem Drum und Dran und der höchstgelegenen Toilette der Welt. Bodo Janssen zeigte sich tief beeindruckt, dass dann doch alle Azubis die Hand hoben, um sich dafür zu bewerben und dabei sein zu wollen.

Und für wen das alles zu schön klingt, um wahr zu sein, hat Gabriele Kottlorz noch eine Anekdote aus dem Restaurant-Service mitgebracht: Eine Mitarbeiterin hatte sich für einen neuen Arbeitgeber mit einem finanziell lukrativeren Angebot entschieden; … nach nur drei Tagen kam sie wieder zurück. Ihr Team wunderte sich kein bisschen und hatte die Stelle noch gar nicht wieder ausgeschrieben.

Zurück von der Reise zu den Upstalsboomern hat Gabriele Kottlorz das von Bodo Janssen handsignierte Piraten-Plakat hier aufgehängt; dort hat er auch Albert Schweitzer zitiert, ein treffender Abschluss an dieser Stelle:

„Das Heil der Welt liegt nicht in neuen Managementmethoden, sondern in einer neuen Gesinnung.“

Mehr zum Thema:
2014 – Brand1: „Wir haben keine Angst mehr“
2013 – Der Upstalsboom Weg – Erfolgsgeschichte durch Potenzialentfaltung

Bildfreigaben mit freundlicher Genehmigung der „Upstalsboomer“

Update 16. Juli 2015

Der Upstalsboom Weg geht weiter: DIE STILLE REVOLUTION. Nach einer Vision von Bodo Janssen, mit Prof. Gerald Hüther, Anselm Grün und anderen. Die neue Serie zum Kulturwandel unserer Arbeitswelt. Ab Herbst 2015 im Kino und online. Ab Frühjahr 2016 ‚on tour‘. Zum aktuellen Trailer …



One comment

  1. Swanette Kuntze sagt:

    Bodo Janssen I Upstalsboom beim DNA Smart Afternoon 2015
    https://vimeo.com/160128466

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