Wieviel Freiheit verträgt die Arbeit?

(Gabriele Kottlorz) 21.07.2017

Sommer, Sonne, Urlaubszeit! Da ist doch ein kleiner, feiner Round Table im Hafven genau der richtige Ort, um über Freiheit zu diskutieren. Ist „New Work“ gleich „Free Work“? Was bedeutet Freiheit im Zusammenhang mit Arbeit? Geht das überhaupt? Wieviel Kontrolle braucht es, damit ein Unternehmen erfolgreich agieren kann? Wie kriegen wir scheinbar ausgediente Traditionen und neue Anforderungen unter einen Sonnenschirm?

Nun gilt es, immer wieder die Stichworte mit Leben und Handlungen zu bereichern.

Relativ schnell kristallisierte sich heraus, dass eine freie, vertrauensvolle Arbeitsbeziehung nicht mit einer laissez-faire-Mentalität zu gestalten ist. Was der eine Mensch als wohltuende Gestaltungsoffenheit empfindet, belastet den anderen durch Orientierungslosigkeit. Die immer wieder geforderte Flexibilität in Fähigkeiten, Strukturen und Methoden führt irgendwann zu Überforderung und mangelndem Gesamtverständnis. Das Maß der Dinge ist also auch für „Freiheit“ sehr individuell zu fassen und ständig neu auszuloten.

Dies gelingt im Rahmen eines gemeinsam gestalteten Wertegerüstes dann sehr gut, wenn bestimmte „Leitplanken“ für Stabilität und Orientierung sorgen. Für die Art und Weise, wie beispielsweise mit Fehlern und unterschiedlichen Kompetenzen umgegangen wird, sollte es eine gemeinschaftliche Kultur geben. Darüber hinaus müssen Anforderungen, Bewertungskriterien und Erfolgsparameter für jeden Mitarbeitenden transparent und nachvollziehbar sein.

Selbstverständlich kamen wir auch in dieser hochkonzentrierten Runde nicht an der Frage vorbei, ob man in die neue Arbeitswelt voller Selbstverantwortung wirklich alle Beteiligten „mitnehmen“ kann. Die Überlegungen dazu sind verständlicherweise immer von moralischen und sozialen Aspekten begleitet. Schließlich gibt es in jeder Gemeinschaft einzelne Individuen, die aus verschiedenen Gründen die Schritte zu einer anderen, freieren Arbeit nicht mitgehen wollen oder können. Was machen wir mit diesen Menschen? Kurzum: Die erfolgreiche Transformation unserer Erwerbstätigkeit von disziplinierter Pflichterfüllung zu wertvoller Lebenszeit gelingt nur, wenn z.B. mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für diejenigen gesorgt ist, die in der ersten Reihe keinen akzeptablen Platz mehr gefunden haben. Diskutiert wurde hierzu auch, ob ein solches Grundeinkommen die soziale Hängematte weiter bequem hält, oder ob Menschen damit die Freiheit bekommen sich z.B. ehrenamtlich mehr zu engagieren oder sich selbst zu verwirklichen.

Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung, die diese wichtigen Themen in unserer Gesellschaft erleben werden. Wir hoffen, dass die Diskussion darüber lebendig bleibt und sind fest entschlossen, unseren Teil zum Gelingen dieses Wandels beizutragen. Sind Sie dabei? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Anregungen.

 



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